Samstag, 4. Juni 2011

Kapitel 2 - Celebration!




Stimmung: Überrascht
- Wie krass kann sich ein Mensch verändern?

Ich schloss die Tür zu unserem Stockwerk im Mehrfamilienhaus auf.
Es war manchmal ziemlich laut hier weil ganz unten 3 kleine Jungs wohnten, aber dafür hatte ich mein Zimmer unterm Dach.
Grade als ich den Flur betrat flitzte meine Mutter ins Wohnzimmer.
„Hey Mama, sind Klaas und Kian scho-… ähm, hi?“, etwas verwirrt stand ich im Türrahmen zum Wohnzimmer. Auf unserem Sofa saßen nämlich nicht nur mein kleiner Bruder und Mama, sondern auch noch eine Frau die mir verdammt bekannt vorkam und ein Junge, vielleicht so alt wie ich.
„Hab ich was verpasst?“, fragte ich und lies meinen Rucksack von den Schultern auf den Boden gleiten, bevor ich einen Schritt herein trat.
Die Frau sprang auf und knuddelte mich sofort.
„Kathi, du bist aber Groß geworden! Mensch, ich hab dich so lange nicht gesehen…“, sie lies von mir ab, hielt mich aber an dem Armen fest und betrachtete mich von oben bis unten.
Ich kniff die Augen und Lippen zusammen und betrachtete ihr Gesicht ganz genau. Dann fiel es mir schlagartig ein.
„Marie!“, freute ich mich und umarmte meine Ersatzmama glücklich.
Marie war nicht wirklich meine Ersatzmama, aber damals, wenn Mama arbeiten war und ihre Freundin frei hatte, war ich bei ihr und ihrem Sohn… Felix.
Ich blickte an Marie vorbei zu dem Jungen auf der Couch. DAS war Felix? Der kleine, niedliche Felix? Mein allerbester Sandkastenfreund?
Der begann zu grinsen, stand auf und umarmte mich auch kurz.
„Lange nicht gesehen Zwerg.“, meinte er.
Zwerg?
Damals war er immer größer als ich gewesen und hatte das voll und ganz genossen. Daher der „Zwerg“. Ich musterte ihn einmal von oben bis unten. Ja, der Zwerg war ich immer noch. Ein knapper Kopf trennte uns heute.
Marie lächelte selig und sah mich an, als wäre ich ein Weltwunder, während Felix plötzlich begann zu lachen. „Sie kann’s nicht glauben!“
„Ich kann’s auch nicht glauben. Ich hab euch so lange nicht gesehen…“, Marie sah uns alle  hintereinander an.
Die Haustür knackte, öffnete sich und wurde kurz darauf wieder zu geschlagen.
Mein großer Bruder erschien in der Tür und sah uns alle verdutzt an. „Was geht denn hier?“
„Klaas!“ Marie weinte gleich vor Freude, schloss nun auch ihn in ihre Arme.
So war sie immer gewesen, Übermama und nah am Wasser gebaut.
„Hey Marie.“, er grinste schief.
Als sie ihn wieder los gelassen hatte, umarmten sich sogar Felix und Klaas.
„Bevor ihr alle anfangt zu weinen, können wir endlich was essen? Ich hab Hunger.“, warf plötzlich Kian dazwischen. Wir lachten und stimmten zu.

„Bist du noch mit den Anderen befreundet?“, ich sah Felix fragend über den Rand meiner Tasse hinweg an.
Wir saßen im gemeinsamen Garten mit Marie, Felix und unseren Nachbarn von unten.
Es war langsam Abend geworden und die Sonne verabschiedete sich.
Mein alter Sandkastenkumpel und ich hatten es uns auf der Terrasse bequem gemacht, während die anderen auf den Stühlen und Tischen mitten auf der Wiese saßen. Ich hatte uns kalten Kakao gemacht, den liebten wir schon damals und heute war es angenehm, da trotz Juni Affenhitze herrschte.
Felix überlegte, dann antwortete er: „Kommt drauf an wen du mit ,den Anderen’ meinst.“ „Na Steve, Tim, Markus, Mia, du weißt schon. Unserer Kindergartenclique eben.“, ich zog die Beine auf meinen Liegestuhl und setzte mich im Schneidesitz bequemer hin. Felix beobachtete mich amüsiert bei meinen Verrenkungen und zuckte schließlich mit den Schultern. „Mit Mia und Tim ja, aber die anderen sind auf andere Schulen gegangen, also auf die, in der du jetzt bist.“
Ich seufzte. „Dass ihr nicht mal in der Lage seid Kontakt zu halten obwohl ihr in der selben Stadt wohnt.“ Felix lachte und meinte: „Ich hab auch gedacht ich hör mal von dir aus Berlin, als du das letzte mal in der 3. Klasse da warst. Aber nö, die Dame war sich zu fein.“ „Stimmt gar nicht! Du hast mich damals nur immer geärgert, das fand ich gemein.“, gab ich trotzig zurück und nahm einen großen Schluck Kakao.
Felix sah mich an und fing plötzlich laut zu lachen an, flog dabei fast vom Liegestuhl.
„Was?“, ich sah ihn fragend an. Er lachte nur noch mehr und brachte dazwischen hervor: „Du… Schokoladenbart!“
Grinsend leckte ich mir über die Oberlippe und fragte: „Weg?“
Er kicherte, kam mit seiner Hand an mein Gesicht und fragte: „Darf ich?“
Zögernd nickte ich.
Mit dem Daumen wischte er mir über die Stelle zwischen Nase und Mund, dann leckte er sich den Finger ab. Etwas schockiert sah ich ihn an, was Felix wieder zum lachen brachte.
„Falls es überhaupt noch Keime gibt die wir damals nicht ausgetauscht haben“, meinte er, „dann stören die hier auch nicht mehr. Außerdem kann ich doch keinen Kakao verkommen lassen.“
Ich grinste ihn an und er grinste zurück.
Vielleicht hielt Freundschaft ja doch lange an, egal wie wenig Kontakt da war.

Kommentare:

  1. RIESIG! gut gemacht lisali. und wie gehts weiter?

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  2. Total schön (:
    ich bin mal ab jetzt Leser von dir & freu mich auf neue Kapitel ;)

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